Flora & Fauna


Die Gemeinde Latsch liegt im Mittelvinschgau in einer Höhenlage von ca 626 m an der Etsch bis zu 3256 m am Hasenöhrl.

Klimatisch ist Latsch durch die von hohen Randgebirgen verursachte Niederschlagsarmut (durchschnittlich jährliche Niederschlagsmenge unter 500 mm), die hohe Anzahl von Windtagen und die hohe Sonnenscheindauer charakterisiert.


Geologie: Latsch liegt im Bereich des Mittelalpins. Vertreten ist dieses System durch die Vinschger Schieferzone (zusammengesetzt aus Phyllingneisen mit Granitgneis – Einlagerungen sowie Granitphylliten), dem darübergelagerten Marteller Quarzphyllit, (welcher den Höhenrücken zwischen Vinschgau und Ulten aufbaut) und die Zone der Alten Gneise.
Während de Eiszeiten war das gesamte Gebiet mit Ausnahme der höchsten Gipfel über 2000 m Höhe von Gletschern bedeckt. Davon zeugen heute die noch vorhandenen Moränen (z.B. im Bereich Montani). Noch während der Rückzugsstadien kam es zur Ausbildung von Murschuttkegeln.


Vegetation: Aufgrund der großen Höhenunterschiede im Gemeindegebiet hat Latsch Anteil an unterschiedlichen Vegetationseinheiten. Die ursprüngliche Bodenbedeckung im Talbodenbereich waren die Auwälder und Flussufergesellschaften, wovon nur mehr minimale Reste vorhanden sind. Noch der mediteran beeinflussten collinen Stufe sind die inner alpinen Trockenrasenbereiche und Flaumeichenbuschwälder zuzuordnen, die wir am klimatisch begünstigten Sonnenberg finden. Darüber anschliessend am Sonnenberg finden wir in der mittleren Stufe Kiefernwälder und Lärchenwäldern, darüber die Zwergstrauchgesellschaften auf saurem Substrat.

Anders der vertikale Aufbau am waldreichen Nörderberg: hier herrschen von unten nach oben Kiefernwälder, Fichtenwald in montaner und subalpiner Ausprägung, und als letzte Waldstufe die besonders reizvollen Lärchen – Zirbenwälder. Eine Besonderheit und ein landschaftsprägendes Element stellen die Murkegel dar, die zu den größten im gesamten Alpenraum gehören. Neben den kleineren an den Ausgängen der Nebenbäche zählt der dominierende und das Tal direkt abriegelnde Murkegel von Tarsch mit 9qkm Oberfläche.

Die naturräumlichen Gegebenheiten von Latsch sind von landschaftlicher Schönheit, abwechslungsreicher Vielfalt und klimatischen Vorzügen gekennzeichnet.

Der Trockenrasen des Sonnenberges

Die„Vinschger Leiten“ sind eine alte Kulturlandschaft, die südtirolweit und auch über unsere Grenzen hinaus einzigartig ist. Die Rodungen im Laufe der Jahrhunderte, die klimatische Sonderlage (Regenarmut, hohe Sonnenbestrahlung) führte zu diesem einmaligen Lebensraum.

Untergrund dieses Bereiches sind rohbodenartige Erosionsböden, die durch Flachgründigkeit, geringe Wasserhaltefähigkeit, gute Wasseraufnahme und starke Erwärmung zu charakterisieren sind. Nach der Eiszeit besiedelten Pflanzen aus dem mediteranen , pannonischen und zentralasiatischen Raum den Sonnenberg.

Aufgrund der Rodungen, bzw. durch die Bewirtschaftung des Menschen in Form von Schaf und Ziegenbeweidung, welche zu einem weitgehend waldfreien Gebiet führte, konnte sich diese Flora auf dem Landschaftsmosaik von lichtem Wald, waldfreien Hängen und Felsstandorten bis heute halten.

Der Grundstock der Flora des Sonnenberges bilden trockenheitsresistente Arten, darunter viele Arten, deren Verbreitungszentrum im pannonischen, zentralasiatischen und mediteranen Raum liegt, sowie viele eurasiatische Arten, welche aber zu einem Grossteil Raritäten darstellen.

Fauna: Eine Vielzahl von Tieren ist an die speziellen Lebensbedingungen und –räume des Sonnenberges gebunden. Der Vinschger Sonnenberg beherbergt drei Viertel aller Schmetterlingsarten Südtirols und ist besonders für Heuschrecken und Gottesanbeterinnen Lebensraum, Zippammer, Neuntöter, und die Grasmückenarten leiben halboffene, felsige Landschaften. Für die Tiergruppen Tagfalter, Netzflügler, Kleinzikaden, Springschrecken und Spinnentiere ist der Trockenrasen der bevorzugte Lebensraum.


Die Waale

Wie im übrigen niederschlagsarmen Vinschgau sind auch auf Latscher Gebiet viele dieser teils kunstvollen Anlagen zur Bewässerung der Kulturen entstanden. Mit ihrem weithin sichtbaren Lauf, der oft die Grenze zwischen bewässertem Landwirtschaftsgebiet und Buschwald oder Weidegebiet darstellt, durchziehen sie die Hänge des Sonnenberges, sind von grosser ökologischer Bedeutung und stellen auch für die Erholung einen wichtigen Faktor dar. In Latsch finden wir den: Latschanderwaal, Mareinwaal, Neuwaal, Rautwaal, Raminiwaal, Soywaal/Martell, Holzrinnenwaal/Martell, Tarscher Jochwaal, Goldrainer Jochwaal (die letzten beiden gehören zu den höchstgelegenen Waalen Europas). Kübelwaal, Waal am Latscher Joch, Waal in St. Martin i. K., Kandlwaal, Platzerwaal.

Die Kastanienhaine

Aufgrund der klimatischen Voraussetzungen finden wir an den unteren Hügellagen von Latsch die Kastanie. Die Edelkastanie stellt ein Symbol des südländischen Klimaeinflusses dar und erfüllt bei alten Exemplaren eine wichtige ökologische Nische für Höhlenbrüter.




Naturdenkmäler

Der Tarscher See liegt umgeben von Fichtenwäldern malerisch an der Nordabdachung des Ultnerkammes in 1828 m. Ein Baumdenkmal von besonderen Dimensionen ist die Rosskastanie am Bahnhofsvorplatz, welche im Zuge der Eröffnung der Vinschgerbahn gepflanzt wurde (1906).
Ein drittes Naturdenkmal ist der kleine Feuchtkomplex mit Erlenwäldchen und Röhrichtbeständen am Mühgraben, an der dem Dorf abgewandten Seite des Bahnhofes Latsch. Dieser sehr kleine Lebensraum ist der letzte Rest der früher ausgedehnten Auenlandschaft.

Einzelobjekte von besonderem geschichtlich-kulturellem Wert

Latsch ist reich an eindrucksvollen Hinweisen der Urgeschichte, die Schalensteine. Es sind dies Felsen mit künstlichen Vertiefungen verschiedenster Art, die wahrscheinlich dem Fruchtbarkeitskult dienten, Die meisten Schalensteine findet man an historisch bedeutsamen Wegen zu den Fluchtburgen (Wallburgen), aber auch bei Kirchen, Fenster, Eingängen und Brücken.
Das spärliche Wasser der Sonnenberger Bächen wurde früher intensiv genutzt; zur Bewässerung der Wiesen und Felder und auch zum Antreiben von Mühlen. Die Tisser Mühlen, die Niederhausmühle (wurde vorbildhaft saniert) und die Eggermühle sind dafür Zeugen. Ebenfalls als besondere Zone von geschichtlich kulturellem Wert wird das alte Abbaugebiet der Goldgruben eingestuft.

Steinplattenwege

Die Kirchsteige stellen für Latsch eine Besonderheit dar. Platz, Annenberg und St. Martin wurden früher zu Fuß erreicht und viele dieser alten Kirch -und Wirtschaftswege sind Plattenwege, Stationenwege, Hohlwege oder Wege mit schönen Zäunen, in jedem Fall aber Wege von besonderer landschaftlicher Schönheit. Besonders hervorzuheben sind der Platzer, St. Martiner- und Annenberger Kirchweg.
GPS-Bike CUP
GPS-Bike CUP
Aktuelles Wetter
Urlaub Wetter Südtirol
Temp. min.: 12 °
Temp. max.: 22 °
Auch nach Durchzug der Kaltfront verbleibt Südtirol am Freitag im leichten Einfluss eines Tiefs, am Wochenende kehrt vorübergehend der Sommer zurück.
Kontakt
Tourismusverein
Latsch - Martell
Hauptstrasse 38/a
39021 Latsch (BZ)
Italien / Südtirol

Mail
Tel. +39 0473 623109
Fax +39 0473 622042

Südtirol
Impressum Vinschgau - Nationalpark Stilfserjoch Via Claudia AugustaMartell wirkt!
Ferienparadies Latsch Martell Südtirol